Temperaturverlauf während der Sonnenfinsternis

Am 11. August 1999 fand in Worms eine partielle Sonnenfinsternis mit einer Bedeckung von 99% (12:30 bis 12: 32 Uhr) statt. Der nachstehend dokumentierte Temperaturverlauf im Stunden- bzw. 10-Minuten-Raster zeigt das Geschehen sehr deutlich.

An dem insgesamt stark bewölkten Tag ist die Glockenkurve zwischen 11 und 17 Uhr durch zwei Ereignisse „beschädigt“:

  1. Ab ca 11:20 Uhr nimmt die Sonnenintensität so ab, dass die Modultemperatur von gut 32 °C auf 20,1 °C abnimmt (größte Finsternis), danach steigt die Modultemperatur, weil die Sonnenintensität wieder zunimmt, bis 13:30 Uhr auf fast gleiche Höhe. Es ist ein Trichter entstanden. Am tiefsten Punkt sind Aussen- und Modultemperatur so nahe beieinander wie sonst nur in der Morgen- und Abenddämmerung
  2. Zwischen 14 und 15:30 Uhr zieht ein Sommergewitter durch, die Modultemperatur bricht ein, hat aber bei ca 26 °C eine Plateauphase (moduliert durch die wechselnde Stärke der Wolkendecke) und bleibt oberhalb der Aussentemperatur, denn die Sonne scheint über den Gewitterwolken ohne Abdeckung durch den Mond.

Während der Kernzeit der Sonnenfinsternis war der Lichteinfall so gering, dass die Anlage für 10 Minuten nicht am Netz war, da durch die geringe Einstrahlung weniger als 14 W elektrische Leistung erzeugt wurden (Schaltpunkt der Anlage).

© Jürgen Korsen, Markus Eiden,
Datenerfassung
17.08.1999